Im Zentrum der Debatte stand die Frage, wie das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in den Kombinierten Verkehr gestärkt und langfristig zurückgewonnen werden kann. Klar wurde dabei: Baustellen und Kapazitätsengpässe werden in den kommenden Jahren unvermeidbar sein. Für die Kundinnen und Kunden bedeutet dies, vermehrt mit Unregelmässigkeiten und Einschränkungen umgehen zu müssen.
Umso wichtiger ist es, dass die Branche trotz dieser anspruchsvollen Rahmenbedingungen verlässliche Lösungen bietet und ihre Kunden auch während der anstehenden Transformationsphase langfristig für den Kombinierten Verkehr gewinnt und bindet.
“Der Kombinierte Verkehr befindet sich in einem entscheidenden Moment”, betonte Hupac-Verwaltungsratspräsident Hans-Jörg Bertschi. “Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, ob Europa die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene erfolgreich gestalten kann.”
Als zentrale Voraussetzungen dafür wurden insbesondere genannt:
- eine verlässliche Infrastruktur mit länderübergreifend abgestimmter Planung und Koordination von Baustellen;
- leistungsfähige Umleitungsstrecken, die mindestens 90 Prozent der regulären Trassenkapazität gewährleisten;
- sowie die frühzeitige Integration von Grossbaustellen in den Jahresfahrplan.
Auch die digitale Transformation bleibt eine zentrale Herausforderung für die Branche. Entlang der gesamten Transportkette gilt es, Stakeholder, Systeme und Prozesse nahtlos digital zu vernetzen. Voraussetzung dafür sind gemeinsame Standards sowie interoperable digitale Plattformen und Umsysteme.
Nicht zuletzt ist auch die Politik gefordert, der verladenden Wirtschaft Planungs- und Investitionssicherheit zu geben. Die Schweiz ist hier vorangegangen und hat wichtige Weichen gestellt: Das Parlament hat im Frühjahr beschlossen, die Betriebsbeiträge für den Kombinierten Verkehr über das Jahr 2030 hinaus sicherzustellen. Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Trassenpreisreform in Deutschland, die notwendig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Strasse nachhaltig zu stärken. |